Letztvergangene Auftritte  (in chronologischem Rückblick) 

 

Zu unserem Jahreskonzert 2017 siehe die Kritik von Barbara Kaiser unter http://www.barftgaans.de/feuilleton/einfach-ganz-grosses-kino/

 

Es fand statt am Samstag, 20.05. um 19:30 Uhr in der Dreikönigskirche in Bad Bevensen und am Sonntag, 21.05., um 17:00 Uhr in der St.-Marien-Kirche Uelzen. 

 

 

Zur Programmgestaltung

 

Zwei Schwerpunkte prägten die Gestaltung des Programmes.

 

Im Mittelpunkt standen zwei Instrumentalwerke, zum einen das Orgelkonzert von Enrico Bossi op. 100 in a-Moll für 4 Hörner, Pauken und Streicher in Kooperation mit der Organistin Merle Hilmer aus Uelzen, zum anderen das Gitarrenkonzert No. 1, op. 99 in D-Dur von Mario Castelnuovo-Tedesco mit dem jungen Gitarristen Simon Gutfleisch aus Bad Bevensen.  

 

Den anderen Schwerpunkt bildete Orchestermusik, die diese beiden Solo-Konzerte umrahmte. Aus der engen Kooperation mit der Kirchengemeinde St.-Marien in Uelzen war der Wunsch an uns herangetragen worden, unser Programm auf das Lutherjahr 2017 hin abzustimmen. Bei der Suche nach für diesen Anlass geeigneten Orchesterkompositionen sind wir auf einige kleine, reizvolle Choralbearbeitungen aus verschiedenen Epochen gestoßen:

 

Von dem zeitgenössischen Komponisten Manfred Spiller (*1932) die Choralpartita über den Lutherchoral „Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort“, von Dietrich Buxtehude (1637 – 1707) die Sinfonia G-Dur: „Du Friedefürst, Herr Jesu Christ“, von Max Reger (1873 – 1916) eine Bearbeitung des Bachchorals „O Mensch, bewein dein Sünde groß“ und von Josef Šuk (1874 – 1935) „Meditation über einen altböhmischen Choral“ op. 38a.

 

Der Kirchenchoral spielt seit der Reformation Luthers in der evangelischen Tradition eine prägende Rolle, hat aber bereits im Vorfeld, wie die in der Komposition von Suk verwendete Melodie aus vorreformatorischer Zeit zeigt, seinen Platz. Choräle prägen zunächst die Kirchenkantaten und finden dann auch Eingang in eigens für Orchester geschriebene Kompositionen.

 

In diesen kirchlichen Zusammenhang fügte sich das Orgelkonzert gut ein.

 

 

 

Die Solisten

 

Bei den Solisten des Konzertes handelte es sich um die folgenden Musiker aus der Region:

 

Merle Hilmer aus Uelzen erhielt schon früh Klavierunterricht und begeisterte sich für das Singen. Sie war eine Stütze des Schulchores, bis zum Abitur 2015 fünf Jahre lang Mitglied der St.-Marienkantorei und begann 2013 mit dem Orgelunterricht bei Erik Matz. Sie absolvierte die D-Prüfung, übernahm regelmäßig Orgeldienste und gab bereits mehrere Orgelkonzerte in der Region Uelzen. Seit 2015 studiert sie Kirchenmusik an der Hochschule für Musik in Leipzig.

 

Simon Gutfleisch aus Ebstorf spielt seit seinem 8. Lebensjahr klassische Gitarre. Er wurde vom Wettberwerb „Jugend Musiziert“ als Teilnehmer verschiedener Besetzungen mehrfach auf Bundesebene ausgezeichnet. Von 2011 - 2015 studierte er Instrumentalpädagogik mit dem Hauptfach klassische Gitarre an der Hochschule für Musik in Hannover mit sehr gutem Bachelorabschluss. Er hat an verschiedenen Meisterkursen teilgenommen und ist in verschiedenen Formationen im In- Und Ausland aufgetreten. Des Weiteren ist er Mitglied des frantic percussion ensembles.

 

 

 

 

 

> Am Sonntag 'Kantate' (14.05.2017) erklang in der St.-Marien.Kirche die Bach-Kantate 'Ein feste Burg ist unser Gott' , aufgeführt von der St.-Marien-Kantorei, dem Kammerorchester und Gästen sowohl im Chor als auch bei den Bläsern und im Continuo.

Die Leitung hatte Erik Matz. 

 

 

 

> Im Advent 2016 hat das Kammerorchester in reduzierter Besetzung die Kreiskantorei und Solisten im 

Weihnachtsoratorium von J.S.Bach (Teile 1 bis 3) unter der Leitung von Erik Matz begleitet. 

 

 


>  
Jahreskonzert 2016 

am Sa., den 30. April um 19:30 Uhr im Theater Lindenstraße zu Bad Bevensen und

am So., den 01.Mai um 18:00 Uhr in der St-Marien-Kirche zu Uelzen. 

 

Solistisch waren diesmal der Kontrabass, gespielt von Lukas Rudolph im sehr romantischen und sehr virtuosen

Concerto op.3 von Serge Koussevitzky (1874 - 1951), 

 

das Saxophon (Solist Niklas Wienecke) in der farben- und effektreichen

'Fantaisie-Caprice' des Belgiers Jean Absil (1893 - 1974) 

 

sowie die Sopranstimme der jungen Sängerin Anna Mengel (Uelzen) mit vier Orchesterliedern unter dem Titel

'Die Liebenden' von dem finnnischen Komponisten Einojuhani Rautavaara (geb.1928)

auf Gedichte von Rainer Maria Rilke zu erleben. 

 

Außerdem spielte das Kammerorchester, verstärkt um zwei Oboen und zwei Hörner,

die Symphonie Nr. 29 in A-Dur von W.A.Mozart (KV 201).  

 

Die einzige Rezension in der Presse erschien im Magazin 'barftgaans-online', siehe unter www.barftgaans.de/feuilleton

 

 

> Bereits eine Woche vor diesem Konzertwochenende, am Sonntag 'Kantate', dem 24. April 2016, hat das Kammerorchester in kleinerer Besetzung unter der Leitung von Kantor Erik Matz den Chor der St.-Marien-Kirche sowie Solisten bei der Aufführung der Kantate 'Mache dich, mein Geist, bereit' (BWV 115) von J.S.Bach im Gottesdienst begleitet.

 

 

 > Am Sonntag, 03.05.15, half ein Streichquartett aus Mitspieler/inne/n des Kammerorchesters den

   Kantaten-Gottesdienst in der St.Marien-Kirche Uelzen unter der Leitung von Kantor Erik Matz

   musikalisch auszugestalten.

 

 

> Jahreskonzert 2015

am Sa., 25.04. im Forum der Musikschule Lüneburg und am So., 26.04. in der St.Marien-Kirche Uelzen

mit Lisa Butzlaff, Flöte,  David Gutfleisch, Marimba,  und dem Perkussion-Ensemble 'frantic'

C. Ph. E. Bach  (1714 - 1788)        Flötenkonzert d-moll

John Rutter     (geb. 1945)             Suite antique

Ney Rosauro    (geb. 1941)            Konzert für Marimba und Streichorchester 

Mathias Kaul     (geb. 1949)           'Eulen'  für 5 Perkussionisten und Streichorchester -- Auftragswerk, Uraufführung

 

   St. Marien Kammerorchester David Gutfleisch Marimba.JPG - 80.22 kb           St. Marien Kammerorchester Streicher.JPG - 84.81 kb       

    St. Marien Kammerorchester  mit Fltistin.JPG - 118.14 kb          Fotos von Barbara Kaiser

  

Im Alter von zehn Jahren hat Lisa Butzlaff begeistert ihr erstes Konzert als Solistin mit dem Kammerorchester der Irkutsker Philharmonie gegeben. Seitdem ist ihr Leben ohne Bühne unvorstellbar. Die Flöte führte sie aus dem tiefen Sibirien in die ganze Welt. Im Herbst 2010 hatte sie ihren Debütauftritt in der New Yorker Carnegie Hall.

Bis dorthin war es ein langer Weg. Schon als Kind war Lisa Stipendiatin ihrer Heimatstadt Irkutsk und Preisträgerin zahlreicher Wettbewerbe. Als Jungstudentin ging Elizaveta Butzlaff nach Sankt Petersburg. Ihr Musikstudium absolvierte sie 2007 an der Musikhochschule „Hanns Eisler“ in Berlin. Den letzten Schliff – Konzertexamen mit Auszeichnung - erhielt sie an der Hochschule für Musik und Theater Rostock. 2010 wurde sie 1. Preisträgerin beim Alexander & Buono International Flute Competition in New York.

Sie hat bereits mit verschiedenen renommierten Orchestern gespielt. Bei Konzerten des Kammerorchesters Uelzen ist sie sowohl solistisch als auch im Ensemble immer wieder gern gesehen.

 (Text aus dem Programmheft)

  

'Eulen'

Die Auftragskomposition des Winsener Komponisten Matthias Kaul ist von den namensgebenden Vögeln der Uhlenköperstadt inspiriert worden. Das Konzertpublikum wird dabei von den Musikern umrahmt, so dass mit verschiedenen durch den Raum wandernden Klängen experimentiert werden kann: Gleitet tatsächlich ein Vogel fast lautlos von der einen Seite des Saals in die andere? Rufen sich die nachtaktiven Eulen gegenseitig etwas zu?

In dieser Komposition für Schlagzeugensemble und Streichorchester findet sowohl ein Dialog als auch eine Auseinandersetzung zwischen den beiden Instrumentengruppen statt. So gibt es z.B. auf der Grundlage eines unruhig-nervösen Sechzehntel-Klangteppichs der Percussionisten eine differenzierte Gruppenimprovisation der Streicher, oder aber es spielen beide Ensembles komplex durchgearbeitete Rhythmuspassagen, die von dem jeweils anderen Klangkörper mit stark kontrastierenden Einwürfen konterkariert werden. Insgesamt entfaltet sich ein großer Entwicklungsbogen, ausgehend von leisen, quietschenden Geräuschen, über sich steigernde unruhig bewegte Passagen und wieder zurück zur ausklingenden Entspannung.

Es beeindrucken die immer wieder neuen Effekte, wie zum Beispiel das Kreisen mit Kolophonium an den Wirbeln der Streichinstrumente, das Knarzen mit hohem Bogendruck auf einer Saite (ein Geräusch, das die Streicher ansonsten in jahrelanger Übung tunlichst zu vermeiden suchen) oder das Kratzen mit der Spitze eines Dirigierstabes auf dem Griffbrett eines Streichinstrumentes.

Beim Proben hat die Suche nach dem geforderten „Rauschen“ (tonlos versteht sich!) und zwar so, dass es auch bei allen Streichern gleich klingt, mehr Zeit in Anspruch genommen, als bei anderen Stücken die Gestaltung eines Melodiebogens. Wir hoffen, dass diese Arbeit sich auch für den Zuhörer gelohnt hat!

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Der in Winsen bei Hamburg lebende Schlagzeuger und Komponist Matthias Kaul gehört laut Presse zu den interessantesten und experimentierfreudigsten deutschen Künstlern seiner Generation. Namhafte Solisten und Ensembles auf der ganzen Welt nahmen sich seiner Werke an. Matthias Kaul selbst konzertierte bisher in Europa, USA, Südamerika, Afrika, Japan, Taiwan, Korea, Indien und Kanada. Er arbeitete u.a. mit so renommierten Musikern und Komponisten wie John Zorn, David Moss, Carla Bley, Malcom Goldstein, Mauricio Kagel, Hans Werner Henze, Vinko Globokar und Hans Joachim Hespos zusammen.

Nach seinem Studium und Solisten-Examen an der Musikhochschule Hamburg erhielt er zahlreiche Stipendien, Auszeichnungen und Preise und unternahm mehrfach Reisen nach Afrika zum Studium der Kultur der Xhosa, Samburu und Maasai.

Matthias Kaul ist Gründungsmitglied des Ensemble L’ART POUR L’ART. Zudem wirkte er bei vielen CD-Produktionen mit. Neben seinen Solo- und Ensemble-Kompositionen zählen auch viele Film- und Theatermusiken sowie zahlreiche Hörspiele und Klanginstallationen zu seinen Werken. Unter anderem erhielt er Kompositionsaufträge an der Staatsoper Hannover, bei den Darmstädter Ferienkursen, an der Hamburgischen Staatsoper und bei den Bayerischen Opernfestspielen. Für das Projekt „Haltbar gemacht“ erhielt Matthias Kaul mit L’ART POUR L’ART den Förderpreis Musikvermittlung von Musikland Niedersachsen, den Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik sowie einen „Echo Klassik“.

 

Das frantic percussion ensemble            

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Die Vortragsbezeichnung in einem Werk des australischen Komponisten Erik Griswold wurde zum Namensgeber für das frantic percussion ensemble, denn "frantic" bedeutet eben nicht nur "wild und fanatisch", sondern wird von den 7 Musikern des Ensembles unter der Leitung von Daniel Orthey auch als die unendliche Suche nach neuen Klängen interpretiert.

Das frantic percussion ensemble widmet sich zeitgenössischer Musik und experimentiert dabei auch gerne mit anderen Stilen wie Drum n´ Bass, Jazz und Weltmusik.

Deutschlandweit Gastspiele bei zahlreichen Festivals (Sommerliche Musiktage Hitzacker, Niedersächsische Musiktage, Händelfestspiele Göttingen, Kultursommer Rheinland Pfalz, Gegen den Strom, NDR, Musik 21 Festival, Klub Katarakt Festival Hamburg, etc.) sowie Konzerte in Italien, Polen und der Schweiz. 2009 und 2011 wurde das Ensemble jeweils mit einem Bundespreis beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ ausgezeichnet.

Uraufführungen und Kooperationen mit renommierten Künstlern und Komponisten wie Matthias Kaul, Gordon Kampe, Benjamin Lang, Axel Fries, Benjamin Scheuer, Erik Griswold, Elbtonal Percussion, 4-Mality.

Im August 2012 erschien beim Lüneburger Label „conditura records“ unter dem Titel „Wheeled“ die zweite CD des Ensembles. Unter anderem mit Werken von John Cage, Eric Griswold, Matthias Kaul und Jonathan Szegedi.

Frantic percussion ensemble bei „Eulen“:

David Gutfleisch, Gunnar Kötke, Arne Meyer, Simon Gutfleisch, Markus Behn

 

 Konzertkritik von Barbara Kaiser für die Zeitschrift 'barftgaans'

Neue, kühne Töne

Kammerorchester Uelzen mit traditionellem Jahreskonzert inklusive Uraufführung

 „Neue Töne“ hieß der Auftritt des Uelzener Kammerorchesters in diesem Jahr und eine Eule zierte das Programmheft. Nun sind diese Nachtvögel gerade total angesagt, kein Gegenstand scheint ohne sie auszukommen. Für das Konzert des Kammerorchesters in St. Marien (einen Tag zuvor in der Musikschule Lüneburg) galt jedoch: Diese Eule ist kein Accessoire, sondern Uraufführungstitel! Aber vielleicht der Reihe nach:

 Heiko Schlegel, Musikpädagoge und Leiter des Klangkörpers, verpflichtet sich in seinem Wirken sehr oft neuen Noten. Zumindest selten gehörten. Dass er dazu als Solisten junge Menschen einlädt, ist ein Verdienst, das nicht hoch genug zu würdigen ist.

In diesem Jahr begegnete dem großen Publikum Lisa Butzlaff wieder. Bereits vor drei Jahren hatte die junge Russin mit ihrer Flöte einen phänomenalen Eindruck hinterlassen. In diesem Jahr war sie die Solistin in Carl Philipp Emanuel Bachs (1714 bis 1788) Concerto d-moll (Wq 22) und in der „Suite Antique“ von John Rutter (*1945).

 Die Flötistin musizierte ganz ohne vordergründige Brillanz und Virtuosität, dafür mit einem breiten Fächer an Sensibilität. Dazu gesellte sich eine orchestrale Artikulation, die ausgewogen und klanglich attraktiv war. Vorbei die Zeiten, in denen Schlegel mit seinen Streichern einen undefinierbaren, phlegmatischen Klangbrei ablieferte. Seit ein paar Jahren ist das Kammerorchester flott und frisch unterwegs. Ohne die geringste Zimperlichkeit phrasiert es nie langweilig, manchmal so, dass die alten Noten wie neu daherkommen, der musikalische Drive besitzt ohne jeden Zweifel Klangschönheit.

So war die Flöte eine Zauberflöte, vor allem technisch unangefochten. Das Cembalo (Ghislaine Sziden-Schmidt) erwies sich als wohl akzentuierende Grundierung. Der Gesamtton ist nicht anders als sehr wach und wohlfeil ausgehört zu nennen.

 Was für den Bach galt, war für John Rutter gesetzt. Treue Zuhörer in Uelzens Hauptkirche kennen den Engländer auch als den Vertoner liturgischer Texte, Kantor Erik Matz hatte dessen  Requiem 2007 im Weihnachtsprogramm. Rutter, der die großartige Totenmesse von Gabriel Fauré studierte und sich davon inspirieren ließ, schuf darin wunderbare musikantische Bögen, erzählende Passagen. Kein verzweifeltes „Erhöre mein Gebet…“, eher ein seliges, melodisches, auftrumpfendes Selbstvertrauen. Ein donnerndes „und ich hoffe auf sein Wort“ und ein „lux perpetua“ – „ewiges Licht“ – das auch musikalisch leuchtet und alles überstrahlt.

 Mit dem Kammerorchester nun eine Suite für Flöte und Streicher: Ein Panflöten-„Prelude“, das „Ostinato“ (sich wiederholendes Motiv) eine Piccicato-Petitesse, die „Aria“ elegisch, der „Waltz“ vielleicht an Schostakowitschs Walzer in seiner Jazz-Suite angelehnt, das „Chanson“ eher slawisch denn französisch und das abschließende „Rondeau“ eine spritzig, fast lateinamerikanisch rhythmische Angelegenheit.

Die Musiker verbeugten sich auf eindrucksvolle Weise vor diesem Komponisten, der Tradition und Moderne so stilsicher zu verflechten weiß, der das Zwitterwesen Alt-Neu erfühlen lässt. Immer klangfest das Orchester, anständig konturiert. Die Solistin höchst differenziert (und aufregender als bei Bach), stets präzise und transparent. Das Versunkene nicht zu dunkel, das Sprühende nicht so ausufernd.

Dann die Uraufführung des Abends: „Eulen“ von Matthias Kaul (*1949). Die Auftragskomposition des Winseners muss man nicht lieben, ist sie doch eher Geräusch, bestenfalls Klang, als Musik. Das Zusammenspiel von Streichern und Percussionisten (kongenial die Mannen des „Frantic Percussion Ensembles), die mit Stöcken, Löffelchen, Bögen und Stimmgabeln auf liegenden Streichinstrumenten ihren Part absolvierten, war allerdings perfekt zusammengehalten. Interessant und gewollt: Die Klang-Einsätze folgten einer 180-Grad-Drehung, weil nämlich alle Eulenvögel ihren Kopf so flexibel zu bewegen in der Lage sind. Das so entstehende Quietschen, Rufen, Kreischen, Vibrieren schwebte durch das Kirchenschiff, mag so das auch unheimliche Gleiten der Nachtvögel akustisch imaginiert haben. Das Publikum befand in der Pause dann aber doch: Wohl mehr Katzen als Eulen.

Für einen faszinierenden Abschluss des Konzerts stand der Uelzener David Gutfleisch an der Marimba bereit. Mit dem Konzert Nr. 1 des Brasilianers Ney Rosauro (*1941) beantwortete er die Frage, wie einer in zwei Händen vier Schlägel so handhaben kann, dass der Zuhörer das Atmen vergisst, zwar nicht – er beherrschte es einfach. Die vier kurzen Sätze des Konzerts (Begrüßung – Klage – Tanz – Abschied) waren ein auftrumpfendes Hüpfen genauso wie punktierte Schwermütigkeit, Pianissimo-Kunst des Spielers und perlende Brillanz. Wie macht er das bloß mit den Trillern?

Begeisterter Beifall am Schluss der zwei Konzertstunden, die weder akademisch blass noch auf naive Spielfreude beschränkt waren, sondern ein navigationsfähiges Orchester präsentierten und Solisten, die mit ihrem vitalen Spiel wohl alle Erwartungen erfüllten. Aber es bleibt ja vergebliches Mühen, die Stimmung eines Konzerts in ein  rezensorisches Fazit einsperren zu wollen.

Barbara Kaiser – 27. April 2015

 

 

Originaltext der Konzertkritik von Ute Bautsch-Ludolfs,

veröffentlicht in der AZ vom 28.04.2015, allerdings dort um wesentliche Passagen gekürzt

Uelzen. Eulen haben ein feines Gehör, gelten als stolz und erhaben, eigenständig, bringen Licht ins Dunkel, haben Symbolwert, gelten als frei und unabhängig ... Auch strotzen sie vor stimmlicher Variabilität. Mal  krächzend, schreiend, jaulend, wimmernd, kläffend, scharf, heiser, flötend, monoton, gellend  oder fiepend. Und Eulen passen zur Uhlenköperstadt Uelzen. Kein Wunder, dass sie also Einzug in die St. Marien Kirche halten. Beim Konzert „Neue Töne" am Sonntag. Genau 5 Eulen/Uhus. Konkretes Werk: „Eulen für Percussionensemble und Streichorchester" mit den Solisten des Frantic Percussion Ensembles in dem Werk den Winseners Matthias Kaul (geb. 1949). Das Kammerorchester umrandete das Publikum des Mittelschiffs und hatte sich mit einer Partitur fern des Gewohnten auseinanderzusetzen, die vor allem grafisch bestimmt war. Weder Tonhöhen, Tonfolgen oder Tempo waren präzise festgelegt. Dazu mussten ihre Seiten verstimmt werden. Assoziationen waren gefordert, Klangentwicklungen jenseits der Tradition hin zur zufallsbestimmten multitonalen Musik. An den Ecken  und festgelegten Stellen positionierten sich die Percussionisten – teils ausgerüstet mit Saiteninstrumenten, Stimmgabeln, diversen Schlegeln um fern des Üblichen Klänge zu erzeugen, etwa durch beherztes Schlagen auf den Instrumentencorpus, Ziehen des Instruments über die Backsteinsäule, angeschlagene Stimmgabel auf den Resonanzkörper des Instruments zu stellen  und anderem Experimentellen. Dirigent Heiko Schlegel nahm sichtbar Position für die Mitwirkenden etwa in der Hälfte des Mittelgangs und hatte im wahrsten Sinne zu Rotieren. Einfach fantastisch, was da erklang. Es setzt natürlich Offenheit und Neugier voraus, sich als Hörer und Musizierender auf so etwas einzulassen und hat seitens der Mitwirkenden sicherlich viel Probenzeit gebraucht. Die Eulen machen sich bemerkbar, flattern umher, treten in Kontakt – gut vorstellbar, toll umgesetzt. Schall, Ton, Klang, Geräusch – physikalische Akustik pur – als „Neue Töne"  betitelt.

Dagegen waren das Eingangsstück „Concerto d-Moll" von Carl Philipp Emanuel Bach und das Eulenfolgestück nach der Pause, die Suite Antique von John Rutter, eher zum wohligen Anlehnen, genießen, zu Herze gehend.

Mit der Solistin Lisa Butzlaff an der Querflöte war eine wunderbare Interpretin gewählt, die mit sensibler Klangschönheit die langsamen Sätze und brillant und virtuos die schnelleren Sätze in Super-Technik spielte, im sehr guten Miteinander mit dem glänzendem Kammerorchester und im Dialog zum Cembalo (Ghislaine Sziden-Schmidt).

Gerade die Rutter-Suite spannte sich zum frühlingshaft heitern Bogen, mal mediativ, zwitschernd, beschwingt – oft schwelgend, fast triefend, vom Jazz bis zum heiteren Barock.

David Gutfleisch am Marimbaphon riss das Publikum zu Jubelstürmen mit dem Konzert Nr. 1 für Marimba und Streichorchester von Ney Rosauro. Brasilianische Motive, Pattern, Jazz-Elemente, perlende Chromatikläufe, fast ausnahmslos vier Schlägel im Einsatz, temperamentvoll, enorm virtuos und sensibel gespielt, beeindruckte David Gutfleisch zusammen mit dem Orchester tief.

Ja, das Konzert hat begeistert. Das Publikum brachte das mit Stampfen, Jubeln, Applaus und Rufen minutenlang zum Ausdruck.

Fotos: Bautsch-Ludolfs

-Streichorchestermitglied Dr. Elster gewährt Einblick in die außergewöhnliche „Eulenpartitur"

Percussionisten im Einsatz bei den „Eulen"

David Gutfleisch am Marimbaphon

Euphorischer Applaus für die Mitwirkenden

  

 

> Kantatengottesdienst in St. Marien, Uelzen

am 18.05.2014  mit J.S.Bachs Kantate BWV 104 "Du Hirte Israel, höre"

unter der Leitung von Kantor Erik Matz

 

 

> Jahreskonzert 2014

am So., 11.05.  in der St.Marien-Kirche Uelzen und am 10.05. in der Dreikönigskirche Bad Bevensen

mit den Solisten Lukas Strieder, Posaune,  Macdara Ó Seireadáin, Klarinette, und Christian Gerber, Bandoneon

Das Programm:

Gerald Finzi  (1901 - 1956)              Konzert für Klarinette und Streichorchester in c-moll op. 31

C. Ph. Em. Bach  (1714-1788)        Streichersinfonie Nr 5 h-moll  Wq. 182/5

Jan Koetsier  (1911-2006)               Concertino für Tuba und Steichorchester op. 77

Raul Jaurena  (geb. 1941)               Duo concertante für Klarinette, Bandoneon und Streicher

 

Was für eine Vielfalt!

Kammerorchester Uelzen beglaubigte mit seinem Auftritt gute musikalische Qualität

Von Barbara Kaiser
Über wen wäre hier an erster Stelle zu schwärmen? Über die drei so unterschiedlichen Solisten, die dem Auftritt des Kammerorchesters Uelzen Glanz verliehen? Oder über das wirklich gut aufgestellte Streicherensemble unter der Leitung von Heiko Schlegel, das in diesem Jahr über alle bisherigen Leistungen hinauszuwachsen schien.

Die Qualität der Auftritte dieses Laienorchesters, das sich der Förderung junger Musiker besonders verschreibt und stets unbekannte, aber dennoch sehr hörenswerte Partituren aufs Notenpult hebt, hat keine Kontinuität. Das musste schon öfter beklagt werden. In diesem Jahr allerdings waren die fast zwei Stunden Konzert in Uelzens St.-Marien-Kirche (am Vortag in Bad Bevensen) voller Überraschungen, was Ton und Drive der Streicher anging. Und die fabelhaften Solisten boten eine von Empathie durchdrungene Darstellung.
Heiko Schlegel bewältigte auf seine ruhige Art alle Tücken und umsegelte die Klippen der Partituren. Auf dem Programm zunächst das Konzert für Klarinette und Streichorchester c-moll op. 31 von Gerald Finzi. Der im Jahr 1901 in London geborene Sohn jüdischer Eltern steht in der Tradition von Edward Elgar, schuf vor allem Liedkompositionen (Shakespeares-Vertonungen) und Chorwerke. Sein Klarinettenkonzert ist ein Wechselgesang, in dem schöne Streicherfülle und ein sanftes Soloinstrument alternieren.
Ein paar Takte brauchte das Orchester zu Beginn, ehe es zur Konformität fand, danach aber ließen die Musiker die Noten ranken und blühen, grundierten verlässlich die Partie der Klarinette, die lyrische Sanftheit genauso wie wilde Ausbrüche in die Höhen kennt. Der Ire Macdara Ó Seireadáin, Student an der Musikhochschule Hannover, war der Solist. Bereits international erfahren, ließ er keine Wünsche offen und schwelgte zwischen einem Rosamunde-Pilcher-tauglichen Hauptthema und düsteren, aber keineswegs deprimierenden Passagen, in denen sich Solist und Orchester gegenseitig Ruhe beglaubigten.
Die folgende kleine Streichersinfonie Nr. 5 in h-moll (Wq 182/5) von Carl Philipp Emanuel Bach, an dessen 300. Geburtstag es in diesem Jahr zu erinnern gilt, hatte das Orchester für sich. Überraschend frisch und flott agierend, ohne breiige Barockschnörkelausuferungen, spielte es sauber mit schönen Läufen und in kongenialer Zwiesprache. Nur das Retardando geriet ein klitzekleines bisschen schief.
Dann der Auftritt von Lukas Strieder. Über das Spiel der 18-Jährigen aus Wieren merkte Schlegel, der hier seinen Schüler in den Konzertbetrieb einführte, an, er sei „schwer beeindruckt“. Dafür gibt es viele Gründe. Die Tuba ist nicht das gängigste Soloinstrument, erwählt es jemand, muss es große Liebe sein. Lukas Strieder geht mit seiner Liebe zärtlich und sehr professionell um. Er kann mit ihr Legato und Piccicato, Triller und Läufe, er darf schwärmen und poltern, laut und leise. Kurz: Er kann uns staunen machen.
Das Concertino für Tuba und Streichorchester op. 77 des Niederländers Jan Koetsier (1911 bis 2006) taugt so recht für einen Bravourauftritt. Es beginnt mit Allegro con brio (das ist immerhin die Satz- und Schnelligkeitsbezeichnung von Beethovens Fünfter!), das Strieder trotz der Zügigkeit mit weichem Ansatz zu blasen weiß. Die folgende Romanza e Scherzino ist langsamer Sechsachtel, ein prononcierter Takt, bei dem manch einer ins Stolpern käme. Nicht so Lukas Strieder. Sanftes Brummen der Legato-Tuba, zärtliche Geigen – wunderbar! Satz Nummer drei ist eine muntere Parodie auf bajuwarisches Brauchtum (Rondo Bavarese). Die Tuba zitiert ein Ländler-Motiv, das das Orchester später witzig wiederholt, und man sieht Schuhplattler, Lederhosen und Wirtshausschlägerei quasi vor sich. Die Spieler übertreiben bei allem Übermut jedoch nicht, lassen alles in fein abgestimmtem Fluss. Eigentlich hätte danach einer „Bravo!“ rufen können!
Den Schlusspunkt des Abends durfte das Duo Concertante für Klarinette, Bandoneon und Streicher von Raul Jaurena setzen. Man muss die drei Satzbezeichnungen, „Pasión“, „Distancia“ und „Espera“ als Gefühlslagen nehmen. Und die Solisten Macdara Ó Seireadáin an der Klarinette und Christian Gerber mit dem Bandoneon taten das auch. Sie spielten Tango! Diese Erotik ohne unsittliches Angebot, dieses sich Nähern und Wegstoßen, die ganze Sehnsucht voller Provokation.
Punktgenau und bestechend in der Ausdeutung erklang die Musik des im Jahr 1941 in Montevideo geborenen Komponisten. Jiddische Zwischenrufe der Klarinette, geschuldet der Zusammenarbeit des Meisters mit Giora Feidman, eine Verbeugung des Bandoneon vor Astor Piazolla. Ein Tableau aus Gefühlen und deren musikalische Version. „Musik lehrt, mit Gefühlen zu denken und mit Gedanken zu fühlen“, hatte Daniel Barenboim in diesem Jahr in einem Interview gesagt. An diesen Noten wurde wunderbar offensichtlich, was er meint.
Summe: Das diesjährige Kammerorchesterkonzert bewies den rund 400 Zuhörern in Bad Bevensen und Uelzen, wie viel es zu entdecken gibt jenseits ausgetretener Repertoirepfade. Dafür ist Heiko Schlegel ein weiteres Mal zu danken. Dass er uns zudem drei Solisten präsentierte, die ihre Musik nie akademisch blass, sondern voller Leidenschaft vors Ohr stellen, ist weiterer Bonus. Und nicht zuletzt war das Orchester in sehr guter Form, steigerte seine Leidenschaft im Verlauf des Abends, war navigationsfähig und erfrischend neu.

12. Mai 2014

 

 

 

 > W.A.Mozart  Klavierkonzert Nr. 24  c-moll  KV 491

Projektwochenende mit der Pianistin Marita Richter aus Gartow am 10. u. 11.08.2013 

im schönen neuen Musiksaal des Lessing-Gymnasiums in Uelzen

 

 

 

> Jahreskonzert  2013  am 20. u. 21.04.  im Theater an der Ilmenau und im Kurhaus Bad Bevensen

 W.A. Mozart       Violinkonzert D-Dur  KV 218                 Solistin: Paula Mengel 

Aaron Copland     Three Latin American Sketches

Edvard Grieg        Suite "Aus Holbergs Zeit" 

Dmitri Schostakowitsch    Klavierkonzert Nr. 1  c-moll  für Klavier, Trompete und Streichorchester op. 35  

                                              Solisten: Alexander Vorontsov  und  Manuel Mischel

 

Kritik dazu

 

Allgemeine Zeitung vom 22.04.2013:

 

 

 

 

Konzertkritik von Barbara Kaiser:

So flott wie empfindsam: Kammerorchester Uelzen im Kurhaus zu Gast

 

Drei Musiker, allesamt Studenten ihres Instruments, machten den traditionellen Auftritt des Uelzener Kammerorchesters in diesem Jahr zu einer glänzenden Angelegenheit. Nach dem Programm im Theater an der Ilmenau Uelzen, spielte das Ensemble einen Tag später in Bad Bevensen.

Auf dem Programm standen Noten von Mozart, Grieg, Schostakowitsch und Copland. Damit erfüllte der Leiter des Ensembles, Heiko Schlegel, die selbst auferlegte Verpflichtung, junge Musiker besonders zu fördern und unbekannte Noten vors Ohr des Zuhörers zu stellen.

Mit dem ersten Ton ließ Paula Mengel aufhorchen. Die Solistin im Violinkonzert No.4 in D-Dur, KV 218, war die Jüngste und dem Publikum am wenigsten Bekannte. Gerade 17 Jahre alt, konnte sie, versiert unsentimental und unbekümmert auf Kontraste setzend, mit sicheren Doppelgriffen und fließenden Läufen absolut überzeugen. Die Kadenz hatte Charakter und Charisma; insgesamt fehlte ein Gefühl für den Schwung der Noten nicht.

Auch die Reifeprüfung eines jeden Konzerts, der langsame Satz, war in guten Händen bei der Solistin. Wenn sie im ersten Presto des dritten Satzes an Übersicht und Klarheit verlor, machte sie diesen Lapsus im weiteren Verlauf unbedingt wett. Dazu kam insgesamt ein empfindsames Zusammenspiel, in dem das Orchester auf Zehenspitzen ging und Paula Mengel einen energischen Strich ablieferte.

Danach die neue Musik, dieses Mal von Aaron Copland, einem US-Amerikaner (1900 bis 1990). Seine "Three Latin American Sketches" sind rhythmische Einteiler, mal sanfte Melodie mit schwelgenden Streichern und traumhaft sanfter Trompete, mal witzige Sechsachtel-Dreiviertel-Wechsel. Bei all den Tempowechseln behielten Musiker und Dirigent den Überblick, waren sie ein Bündel an Genauigkeit und Vitalität. Der Orchestersound sehr anhörbar.

Schwächstes Glied des Konzerts war vielleicht Edvard Griegs Suite "Im alten Stil" in G-Dur. Den fünf Sätzen fehlte hin und wieder doch die Spannung. Vor allem dem "Air", das durchaus an das Bachsche erinnert. In diesem romantischen Gewusel blieb die Musizierweise spröde.

Vergessen gemacht wurde jedes Manko des Konzertabends - auch das im Programmheft falsch gedruckte Sterbejahr Dimitri Schostakowitschs - mit dem Klavierkonzert No. 1 in c-moll für Klavier, Trompete und Streichorchester, op. 35 des sowjetischen Meistermusikers.

Nebenbei: Völlig unnötig waren die didaktischen Anmerkungen Schlegels. Auch, weil er ausgerechnet mit dem Finger auf Stalin und Schostakowitschs Sorgen mit dessen Macht zeigte, als er über das Entstehungsjahr des Konzerts sprach. Im Jahr 1933 waren in Deutschland gerade die Nazis an die Macht gekommen, die sehr bald nicht nur vermeintlich "entartete Kunst" aus den Galerien und Konzertsälen fegen würden. Außerdem saß im Saal ein aufmerksames wie kundiges Publikum.

Am Klavier bewährte sich Alexander Vorontsov. Trompete blies Manuel Mischel, der schon beim Aaron Copland mit seinen Einsätzen die Zuhörer mit Sanftheit beschenkt hatte.

Vonrontsov kennt jeder hier im Landkreis, der die Internationale Sommerakademie besuchte oder im Kloster Medingen bei den "Jungen Pianisten" Gast war. Der Russe schafft das zärtlichste Piano und kann genauso musikantisches Feuer von der Leine lassen. Beim Schostakowitsch hatte er Gelegenheit zu beidem. Außerdem schlägt sich bei Vorontsov musikalische Wucht nicht in Phonstärken nieder. Zusätzlich trieb der 18-Jährige, derzeit Jungstudent bei Hinrich Alpers, das Orchester vor sich her und hob es auf eine andere Qualitätsstufe. Was für ein Zusammenspiel aus Eifer und Überzeugung, das dem Stück emotionales Volumen verlieh.

Manuel Mischel fiel bereits als Schüler in den Konzerten seines Gymnasiums auf als ein Trompeter mit dem ganz besonders weichen Ansatz. Jetzt studiert der 20-Jährige und füllt daneben sehr erfolgreich Verpflichtungen in Orchestern aus. Sein Part im Schostakowitsch war zwar nicht sehr umfangreich, aber sehr prägnant. Traumwandlerisch sicher die Ansätze, mit frechem Witz - ganz im Sinne des Komponisten - sein Agieren.

Insgesamt war der Abend eine rasante, akkurate, kollektive Leistung. Ein besonderes Konzert - ohne Zweifel. Am Ende begeisterter Beifall.

   
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